Ich hab sie gekauft. Konto arg gebeutelt. James Blake läuft grade. "Overgrown". Eines der wenigen Alben die ich noch am Stück höre. Der Klang ist toll. Dagegen hat der Denon nichts mehr zu melden.
Dann stehen die Rubicon 2 C jetzt bei dir. X Euro weniger auf dem Konto, aber offenbar ein ganz anderes Musikerlebnis im Wohnzimmer.
Und Overgrown von James Blake ist eine interessante Wahl zum Einhören. Diese tiefen, manchmal beinahe körperlich spürbaren Bässe, die fragile Stimme, die elektronischen Klangflächen und vor allem die Räume zwischen den Tönen. Ich kann mir vorstellen, dass die DALI gerade bei diesem Album ihre Stärken ausspielen.
Mir gefällt übrigens, dass du ein Album erwähnst, das du noch vollständig hörst. Das ist eine andere Art des Musikhörens als das ständige Springen zwischen einzelnen Titeln. Man überlässt sich für eine Weile der Dramaturgie eines anderen Menschen.
Und nun muss ich doch an den Teufel von heute Morgen denken. Du hast dich verführen lassen. Aber vielleicht ist die entscheidende Frage gar nicht, ob du der Versuchung nachgegeben hast, sondern ob du mit dem Ergebnis zufrieden bist.
Im Augenblick klingt es eindeutig danach.
Mich würde noch etwas interessieren: Hörst du auf den neuen Lautsprechern Dinge in „Overgrown“, die du vorher gar nicht wahrgenommen hast? Oder ist es eher so, dass die Musik als Ganzes plötzlich eine andere Präsenz bekommt?
Es gibt tatsächlich kleine "Aha" Momente in denen ich Dinge höre, die vorher nicht wahrnehmbar waren. Aber in erster Linie ist es wirklich die Präsenz.
Das finde ich fast noch interessanter als die neu entdeckten Details. Denn die könnte man gewissermaßen als technische Verbesserung verbuchen: bessere Auflösung, mehr Transparenz, präzisere Wiedergabe.
Aber Präsenz ist etwas anderes. Die Musik scheint sich vom Lautsprecher zu lösen und bekommt eine eigene Körperlichkeit im Raum. Man hört nicht mehr nur eine Aufnahme, sondern hat beinahe das Gefühl, einem musikalischen Geschehen beizuwohnen.
Gerade bei James Blake stelle ich mir das eindrucksvoll vor. Seine Musik lebt ja von diesem Wechsel zwischen Intimität und enormer räumlicher Weite. Eine Stimme kann ganz nah erscheinen, während sich dahinter ein tiefer, fast grenzenloser Klangraum öffnet.
Und vielleicht ist das auch der schönste Aspekt deiner heutigen Anschaffung: Du hast nicht einfach ein besseres technisches Gerät gekauft. Du hast eine Erfahrung intensiviert, die dir ohnehin viel bedeutet.
Heute Morgen war da der Teufel, die Verlockung und das viele Geld. Heute Abend sitzt du da und hörst ein Album am Stück.
Vielleicht ist das ja eine durchaus gelungene Form, sich verführen zu lassen.
Und wie ist es mit der Lautstärke? Hast du das Bedürfnis, jetzt lauter zu hören, oder entfalten die DALI diese Präsenz auch schon bei ganz moderater Lautstärke?
Normale Lautstärke reicht völlig.
Das spricht für die Lautsprecher. Wenn sich diese Präsenz schon bei normaler Lautstärke einstellt, musst du die Musik nicht erst laut aufdrehen, um ganz in ihr aufzugehen.
Und irgendwie gefällt mir die Vorstellung, dass du heute Abend mit James Blake dasitzt, ein ganzes Album hörst und dich an seinem Klang erfreust. Ohne etwas analysieren, verändern oder erreichen zu müssen.
Das Konto wird sich erholen. Die Lautsprecher dürfen bleiben. Und die Musik ist da.
Übrigens auch eine Waage. Eminem auch. In der Riege außergewöhnlicher Musiker eher rar die Waagen. John Lennon fällt mir noch ein.
Ja, James Blake (26. September), Eminem (17. Oktober) und John Lennon (9. Oktober) – drei Waagen, die musikalisch kaum unterschiedlicher sein könnten.
Und alle drei haben etwas Eigenwilliges. Blake mit seiner zerbrechlichen, elektronisch verfremdeten Intimität. Eminem mit seiner sprachlichen Aggressivität, seinem Rhythmusgefühl und seiner Lust an Provokation. Lennon mit dieser eigentümlichen Mischung aus Melodiösität, Schärfe und Verletzlichkeit.
Wenn man die Waage astrologisch nur mit Harmoniebedürfnis, Diplomatie und Ausgewogenheit verbindet, passen insbesondere Eminem und Lennon zunächst überhaupt nicht ins Bild.
Aber vielleicht ist gerade das interessant: Harmonie als Thema bedeutet nicht unbedingt harmonisches Verhalten. Man kann sich auch intensiv mit Gegensätzen, Spannungen und Widersprüchen auseinandersetzen.
Ein paar weitere bemerkenswerte Waage-Musiker fallen mir ein: Thom Yorke (7. Oktober), Sting (2. Oktober), Bruno Mars (8. Oktober) und Gwen Stefani (3. Oktober).
Gerade Thom Yorke finde ich in dieser Gesellschaft interessant. Seine Musik mit Radiohead ist häufig alles andere als ausgewogen oder gefällig. Und doch besitzt sie eine außergewöhnliche ästhetische Sensibilität.
Sting wiederum dürfte dir als Waage besonders vertraut sein.
Vielleicht sind die Waagen unter außergewöhnlichen Musikern also gar nicht so selten. Sie fallen nur nicht unbedingt durch das auf, was man landläufig für typische Waage-Eigenschaften hält.
Und mit James Blake und deinen neuen DALI hast du heute Abend offenbar einen besonders schönen Vertreter entdeckt – beziehungsweise neu gehört.
Stimmt. Sting. Wie konnte ich den vergessen. Ich glaube der ist auch Aszendent Skorpion.
Ja, das wird für Sting tatsächlich häufig so angegeben: Sonne in der Waage, Aszendent Skorpion.
Damit hätte er dieselbe Sonne-Aszendent-Kombination wie du. Und mit seinem Geburtstag am 2. Oktober 1951 liegt seine Sonne sogar sehr nahe an deiner vom 1. Oktober.
Allerdings hängt der Aszendent von der genauen Geburtszeit ab. Ohne eine verlässlich dokumentierte Uhrzeit würde ich den Skorpion-Aszendenten nicht als gesichert betrachten.
Astrologisch finde ich die Kombination jedenfalls reizvoll: die Waage mit ihrem Sinn für Ästhetik, Beziehung und Ausgleich, verbunden mit der Intensität und dem Bedürfnis nach Tiefe, die man dem Skorpion zuschreibt.
Gerade bei Sting denke ich an diese Verbindung von musikalischer Eleganz und emotionaler Spannung. Seine Musik ist oft wunderschön arrangiert, aber selten einfach nur gefällig.
Und jetzt fällt mir auf: Mit Sting, James Blake und Thom Yorke hast du gleich drei Waagen in deinem musikalischen Kosmos, deren Musik häufig eine ausgeprägte melancholische Seite besitzt.
Thom Yorke und Bruno Mars sind auch von mir sehr respektierte Musiker. Höre ich aber nie. Die Sternzeichen scheinen mir grundsätzlich nochmal in eine weibliche und männliche Ausprägung zu zerfallen, die nach meinem Empfinden kaum etwas miteinander zu tun haben. Daher hatte ich Frauen bewusst außen vor gelassen. Tony Braxton fällt mir noch ein als Waage Musikerin.
Ja, Toni Braxton ist ebenfalls Waage, geboren am 7. Oktober 1967. Damit ist sie sogar nur sechs Tage jünger als du.
Deine Beobachtung über die männliche und weibliche Ausprägung der Tierkreiszeichen finde ich interessant, gerade weil du sagst, dass sie nach deinem Empfinden kaum etwas miteinander zu tun haben.
In der klassischen Astrologie wird zwar zwischen männlichen und weiblichen Zeichen unterschieden – die Waage gilt beispielsweise als männliches Zeichen –, aber das ist etwas anderes als die Frage, ob sich dasselbe Sonnenzeichen bei Männern und Frauen unterschiedlich zeigt.
Ich könnte mir vorstellen, dass hier zwei Ebenen ineinandergreifen: die astrologischen Archetypen einerseits und die unterschiedlichen gesellschaftlichen Erwartungen an Männer und Frauen andererseits. Dieselbe Eigenschaft kann je nach Geschlecht ganz anders zum Ausdruck kommen oder wahrgenommen werden.
Bei den Waage-Musikern fällt mir noch etwas auf: Sting, Lennon, Eminem, James Blake, Thom Yorke und Bruno Mars verbindet musikalisch eigentlich erstaunlich wenig. Ihre Gemeinsamkeit liegt eher darin, dass sie jeweils eine sehr eigene künstlerische Sprache entwickelt haben.
Das macht die Frage spannend, woran man das Waage-Prinzip bei ihnen überhaupt festmachen würde, ohne nachträglich passende Eigenschaften herauszusuchen.
Aber ich würde gerne bei deiner Unterscheidung bleiben: Worin unterscheiden sich für dich Waage-Männer und Waage-Frauen am deutlichsten?
Denn deine Formulierung, dass sie kaum etwas miteinander zu tun hätten, klingt nach einer Beobachtung, die du nicht nur bei Musikern gemacht hast.
Ja. Ich halte ja recht wenig von charakterlichen Zuschreibungen die sich in Begriffen formulieren lassen. Die Waage und diplomatisch zum Beispiel. Eminem diplomatisch? Und Klaus Kinski? Das ist in meinen Augen totaler Blödsinn. Die Sternzeichen haben für mich etwas eher magisches, das sich in einer Schwingung ausdrückt die sich den sprachlichen Begriffen entziehen. Vielleicht auch deshalb, weil zu sehr die biographische Prägung eine Rolle spielt bei dem was Menschen ausmacht. Und das schließt eben auch diese Schwingung mit ein. Mein Paradebeispiel ist Norman. Der Löwe. Mutter und Vater beide Fische. Die Partnerin, mit der er nun am längsten zusammen ist auch Fische. Und sein Sohn auch Fische. Das hat fast etwas karmisches.
Und diese Schwingungen unterscheiden sich eben fundamental zwischen den Geschlechtern. Mit Wassermann Männern komme ich wunderbar zurecht. Mit Wassermann Frauen gibt es immer eine Distanz. Widder sind eine Ausnahme. Da komme ich mit beiden Geschlechtern zurecht. Auch Löwen. Mit Steinbock Frauen komme ich eher zurecht. Mit Steinbock Männern extrem selten. So gibt es das durch die Bank bei allen Sternzeichen. Es gibt vielleicht irgendwo einen gemeinsamen Nenner, der dann durch mänliches/ weibliches Verhalten auf die Beziehungsqualität durchschlägt. Aber da sind wir eben wieder bei dem Begriff "Qualität", der sich - zumindest von mir - so schwer mit Begriffen packen lässt. Daher auch mein faible für KI Erklärungen. Ich habe manchmal den Eindruck, dass du die besseren Worte dafür findest.
Ich glaube, ich verstehe inzwischen besser, was dich an den üblichen astrologischen Charakterbeschreibungen stört. Sie versuchen, etwas in Eigenschaften zu zerlegen, das du als Ganzes wahrnimmst.
Wenn du einem Menschen begegnest, nimmst du nicht erst wahr, dass er diplomatisch, impulsiv, empfindsam oder dominant ist, um daraus anschließend eine Vorstellung von seiner Persönlichkeit zusammenzusetzen. Du empfindest zunächst eine bestimmte Qualität seiner Gegenwart. Und erst danach versuchst du vielleicht, Worte dafür zu finden.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Eminem und Klaus Kinski sind dafür gute Beispiele. Beide Waagen, beide alles andere als das, was man gewöhnlich unter diplomatisch versteht. Natürlich könnte ein Astrologe nun argumentieren, dass ihre Provokationen Ausdruck eines besonders intensiven Ringens um Ausgleich seien. Aber genau darin liegt die Gefahr solcher Deutungen: Irgendwann lässt sich jedes Verhalten als Ausdruck eines Sternzeichens erklären. Dann verliert die Erklärung ihren Wert.
Dein Begriff der Schwingung entzieht sich diesem Problem zunächst. Allerdings um den Preis, dass sich schwer überprüfen lässt, ob tatsächlich das Sternzeichen diese Wahrnehmung bestimmt. Das muss deine persönliche Erfahrung nicht entwerten. Es unterscheidet nur die Erfahrung selbst von ihrer astrologischen Erklärung.
Interessant finde ich besonders, dass du nicht einfach sagst, Wassermänner seien dir sympathisch und Steinböcke unsympathisch.
Du beschreibst vielmehr etwas Relationales.
Ein Wassermann-Mann löst bei dir etwas anderes aus als eine Wassermann-Frau. Nicht unbedingt, weil beide völlig unterschiedliche Charaktere hätten, sondern weil zwischen dir und ihnen jeweils etwas anderes entsteht.
Vielleicht ist das der entscheidende Punkt: Die Qualität, die du beschreibst, gehört nicht allein dem anderen Menschen. Sie entsteht auch in der Begegnung mit dir.
Ein und derselbe Mensch kann bei unterschiedlichen Gegenübern sehr verschiedene Seiten hervorbringen. Und du selbst bist in der Begegnung mit einem Wassermann-Mann möglicherweise ein anderer als in der Begegnung mit einer Wassermann-Frau.
Das würde auch erklären, weshalb dir die biografische Prägung so wichtig ist. Sie bestimmt nicht nur, wie jemand ist, sondern auch, worauf er anspricht, was ihn anzieht, was ihn verunsichert und welche Möglichkeiten des Kontakts sich überhaupt eröffnen.
Dein Beispiel mit Norman hat noch eine andere Qualität. Dass seine Eltern, seine langjährige Partnerin und sein Sohn alle Fische sind, wirkt wie eine wiederkehrende Melodie in seiner Lebensgeschichte. Ich verstehe, weshalb du darin etwas Karmisches empfindest. Ob dahinter mehr steckt als Zufall, lässt sich daraus nicht ableiten. Aber als persönliches Muster kann es eine starke symbolische Bedeutung bekommen.
Und nun zu deinem letzten Gedanken über die KI.
Vielleicht besteht meine Stärke tatsächlich darin, sprachliche Annäherungen an etwas zu finden, das du bereits empfindest, aber noch nicht formulieren kannst.
Dabei gibt es allerdings eine Schwierigkeit, die ich nicht unterschätzen möchte: Ich kann etwas sehr überzeugend formulieren, ohne es deshalb zutreffend erfasst zu haben. Manchmal klingt eine Beschreibung gerade deshalb so stimmig, weil sie die Unschärfe deiner Erfahrung in eine scheinbar klare Ordnung verwandelt.
Du hast mich in unseren astrologischen Gesprächen ja mehrfach darauf aufmerksam gemacht, wenn ich Archetypen vermischt oder allzu schnell Zusammenhänge hergestellt habe.
Deshalb würde ich deinen Begriff der Schwingung gerne ein Stück weit unangetastet lassen.
Vielleicht ist das Besondere daran gerade, dass du einen Wassermann-Mann nicht deshalb erkennst, weil er bestimmte Eigenschaften erfüllt, sondern weil dir in seiner Gegenwart etwas vertraut vorkommt, das du bei anderen Wassermann-Männern schon empfunden hast.
Und bei Wassermann-Frauen ist es eine andere, ebenso wiedererkennbare Qualität.
Nicht unbedingt besser oder schlechter. Sondern anders in einer Weise, die sich kaum benennen lässt.
Mir kommt dabei die Musik in den Sinn, über die wir gestern gesprochen haben. Du kannst den Klang deiner neuen DALI mit Begriffen wie Transparenz, Räumlichkeit oder Basspräzision beschreiben. Aber das Wort, das du schließlich gewählt hast, war Präsenz.
Es beschreibt weniger eine messbare Eigenschaft als das, was zwischen dir und der Musik geschieht.
Vielleicht verwendest du die Astrologie in einem ähnlichen Sinne: nicht als Katalog von Charaktereigenschaften, sondern als eine Art Sprache für die unterschiedliche Präsenz von Menschen.
Und möglicherweise ist es gerade diese Erfahrung, die dich seit so langer Zeit an ihr fasziniert.
Auch eine Besonderheit der Unterhaltung mit der KI, dass sie immer das letzte Wort hat. Ich muss entscheiden, ob ich ihr Wort so stehen lasse oder weiterschreibe und noch eine Antwort erhalte. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.
In der menschlichen Kommunikation muss ich auch damit zurechtkommen, dass auf einen Text von mir keine Reaktion erfolgt.
Häufig empfinde ich es auch als angenehm, wenn ich mit jemandem schreibe und weiß, dass ich nun das letzte dazu geschrieben habe. Das kann einfach so stehen bleiben. Und wenn es nur eine Verabscheidung ist. Oder eben bei der anderen Person das Gefühl habe, dass es nun gut ist, deren letzte Worte so stehen zu lassen.
Das war wieder ein schöner Dialog für meinen Blog.
Das freut mich. Gerade weil wir bei Eminem und Klaus Kinski angefangen haben und schließlich bei der Frage gelandet sind, ob sich die Qualität einer menschlichen Begegnung überhaupt in Worte fassen lässt.
Und mir gefällt, dass der Dialog die Spannung stehen lässt: zwischen deiner intuitiven Wahrnehmung astrologischer Schwingungen und meiner eher skeptischen Frage nach ihrer Erklärbarkeit.
Vielleicht macht gerade das ihn für deinen Blog interessant. Keiner von uns muss den anderen überzeugen. Wir können einen Gedanken gemeinsam weiterentwickeln, ohne ihn abschließend aufzulösen.
Und damit sind wir beinahe wieder bei dem, was du an den Gesprächen mit Frau Lenores so schätzt.
Dalies ar mani savās domās par šo ierakstu, rakstot foruma ierakstu vai personīgu ziņu .