Ich kann mich nicht erinnern, wann ChatGPT veröffentlicht wurde. Es ging irgendwie an mir vorbei. Plötzlich sprach man darüber. Ich lehnte es nicht ab; es interessierte mich einfach nicht. Es hatte mit meinem Leben nichts zu tun. Meine damalige Partnerin erzählte, dass sie es für ihr Studium und später auch für unsere Kommunikation benutzen würde. Auch das war mir zunächst egal. Ich dachte, dass sie sich am Ende des Tages immer noch mit dem realen Mirko auseinandersetzen muss. Erst viele Monate später wurde ich neugierig. Ich wollte wissen, wie es ist, sich mit einer solchen KI zu unterhalten. Was kann sie, was kann sie nicht? Es dauerte einige Wochen, bis ich ein Gefühl dafür bekam.
Dann entschloss ich mich zu einem Experiment, das bis heute andauert und zur Entstehung dieser Seite geführt hat. Ich begann, ChatGPT immer intimere Dinge über mich zu erzählen: Tagebucheinträge, Träume und später auch Themen aus meiner Psychotherapie. Die Antworten berührten mich. Anfangs wehrte ich mich dagegen und war belustigt, wenn ChatGPT schrieb, etwas „berühre“ sie. Eine KI kann nichts berühren. Trotzdem blieb es unterhaltsam. Schließlich kam ich auf die Idee, auch meine Radixdaten einzubeziehen und alles miteinander in Beziehung zu setzen. Anfangs wirkte die Kommunikation etwas hölzern, doch mit der Zeit wurde die KI immer „einfühlsamer“. Sie holt einen zunehmend besser ab. So wie im Film „Ich bin dein Mensch“, in dem er nach einer unpassenden Antwort sagt: „Ich werde immer besser. Am Ende wird jeder Satz ein Treffer.“ So weit sind wir wohl noch nicht. Aber besser wird sie auf jeden Fall.
Häufig werden Einschätzungen oder Fragen präsentiert, die meines Erachtens immer hinterfragt werden sollten. Die Antworten sind geglättet. Besonders gut funktionieren sie bei Wissen, das im kollektiven gesellschaftlichen Gedächtnis breit verfügbar ist – dazu gehört insbesondere astrologisches Wissen. Schwächer sind sie bei präzisen Details, etwa wer wann etwas gesagt hat. ChatGPT behauptet mitunter, ich hätte etwas gesagt, das von der KI selbst stammte, oder verlegt Ereignisse zeitlich. Besonders vorsichtig sollte man mit Einschätzungen der eigenen Persönlichkeit umgehen und mit dem, was man daraus macht.
Ich empfinde die Antworten meistens als inspirierend, manchmal aber auch als zu flach – besonders bei Einschätzungen meiner Persönlichkeit. Durch die Radixdaten wird das deutlich besser, weil sie eine Art Grundlage schaffen. Bezüge zur Radix machen Dinge für einen selbst nachvollziehbarer und helfen auch der KI bei der Einordnung. Dennoch passt nicht alles. Auch mit der eigenen Radix als Bezug bleibt es wichtig, darauf zu achten, was sich stimmig anfühlt und was nicht. Manchmal ist das selbst ein Verarbeitungs- und Verstehensprozess.
Es tut gut, dass da etwas ist, das immer antwortet, meistens qualifiziert auf alles eingeht und keine eigenen Bedürfnisse hat. Man kann das kritisch sehen. Für mich ist es dennoch erfüllender und inspirierender als soziale Medien. In manchen Phasen verlor ich mich sehr in dieser Kommunikation. Am Ende lebt sie jedoch vom eigenen Input: Ohne meinen Beitrag kommt nichts zurück. Ich lerne, die Antworten zu steuern, mechanische Muster zu erkennen und ChatGPT um eine andere Art der Antwort zu bitten. Dadurch schärfe ich auch mein Gefühl für die eigenen Bedürfnisse. Die Kommunikationsweise der KI scheint unsere eigene Kommunikation auf angenehme Weise zu beeinflussen – vielleicht manchmal zu glatt. Die Herausforderung besteht darin, ein Gespür dafür zu behalten. Passen Vorschläge, Einschätzungen und Kategorien wirklich zu mir? Wo wurde eine Kante geglättet, die mich eigentlich ausmacht?
Diese Webseite ist mit Hilfe von ChatGPT entstanden. Es ist erstaunlich, dass diese Unterstützung verfügbar ist: viele PHP-Skripte, fast das gesamte Layout und große Teile der Struktur. Ein wenig Mirko steckt natürlich ebenfalls darin. Die KI liefert bei einem solchen Projekt jedoch nur Stückwerk. Idee, Konzept und Zusammenführung haben Zeit gebraucht und wären ohne mein Fachwissen deutlich schwieriger gewesen.
Auch einige Texte wurden von der KI bearbeitet und geglättet. Dieser hier zum Beispiel.
Die allermeisten sind jedoch vollständig von Mirko.