Astrologie ist keine Wissenschaft.
So sagt man.
Die Astrologie scheint sich der wissenschaftlichen Bestätigung entziehen zu wollen. Es gibt weder einen messbaren Einfluss von Saturn, Merkur oder Venus auf der Erde. Noch gibt es statistisch hinreichende Signifikanz von Zusammenhängen zwischen astrologischen Ereignissen und tatsächlichen Ereignissen.
Beschäftigt man sich mit der Erstellung der Geburtsradix, bekommt man schnell einen anderen Eindruck. Da geht es um die exakte Bestimmung der Position von Planeten, Himmelskörpern und astronomischen Punkten zu bestimmten Zeitpunkten. Da werden exakte Winkel und Häusersysteme nach bestimmten Verfahren berechnet.
Und am Ende bekommt man eine Aussage, die so unkonkret ist, dass sich – so die Wissenschaft – jeder damit identifizieren könnte.
Gunter Sachs hat einmal probiert eine Statistik zu erstellen. Ich erinnere mich zumindest an seinen Versuch eine statistische Signifikanz von Paarbeziehungen herauszuarbeiten. Ob wohl besonders häufig ein Löwe mit einem Widder oder einem Schützen zusammen bleibt. Eine Waage mit einem Zwilling oder Wassermann. Auch dies hat nicht funktioniert. Auch wenn er in seinem Buch etwas anderes behauptet.
Die Astrologie ist in meinen Augen eben tatsächlich keine Wissenschaft. Sie hat etwas zutiefst Qualitatives. Etwas, das viel mehr mit Bedeutung zu tun hat. Mit Bedeutung, die jedes Individuum selbst darin sieht. So, wie jede Tarotkarte zu jedem Zeitpunkt und für jeden Menschen eine für diesen Zeitpunkt und diesen Menschen stimmige Bedeutung liefern kann. Und Bedeutung lässt sich nicht messen. Sie wird bestimmt durch den Menschen: seine Biografie, seine Erfahrungen und seine psychologische Disposition.
Die Muster mit denen wir aufwachsen prägen uns ein Leben lang. Stressige Muster oder lebendige Muster. Die Beziehung zum Vater oder zur Mutter. Die Beziehungserfahrungen die wir bei unseren Eltern erlebten. Wir suchen das Bekannte. Dort fühlen wir uns sicher. Der Partner, mit dem wir dann lange Zeit zusammen bleiben, muss daher nicht unbedingt der astrologischen Harmonielehre des Sonnenzeichens entsprechen. Häufig kann man dennoch Bezüge zur Geburtsradix herstellen. Manchmal sind diese recht offensichtlich. Manchmal braucht es Zeit um sie zu erkennen.
Die Astrologie als einzige mögliche Erklärung für alle Phänomene heranzuziehen wäre genauso fatal wie zu ignorieren, dass es körperliche Dinge, Erkrankungen, Bewegung, oder Ernährungsmuster gibt, die psychologische Effekte haben. Sie bietet aber eine zusätzliche Perspektive.
Und jeder den ich kenne kann eine Art persönliche Statistik vorweisen in der mit für mich hinreichender Signifikanz eine Häufung bestimmter Sternzeichen auftritt.
Und so ist mein Fokus nicht die astrologische Technik. Auch wenn meine Berechnungen exakt sind und auf NASA Daten und anderen Tabellen beruhen. Meine Hausberechnungs nach Placido geschieht ebenfalls nach entsprechenden mathematischen Algorithmen. Aber ich biete (noch) keine Auswahl an Häusersystem, nicht alle Winkelaspekte und noch anderes, dass ein professioneller Astrologe vermutlich vermissen wird.
Zurzeit höre ich viel die Sugababes. Eine Band, deren Kernbesetzung aus einer Waage und Zwillingen besteht. John Lennon (Waage) und Paul McCartney (Zwilling) – was für ein großartiges Gespann. Pauls geliebte Linda (Waage). Die immer wieder progressiven Genesis, wo sich so viele Wassermänner getummelt haben. Die Rolling Stones mit einem starken Schützen und einem starken Löwen an der Front.
Es gibt eine Vielzahl solcher interessanter Phänomene. Auch bei Filmen. Bei manchen Filmen, die großartig funktionierten, sieht man erstaunliche „Passungen“ zwischen Regisseur und Hauptdarstellern.
Überhaupt bieten die öffentlichen Personen ein großartiges Feld für solche Betrachtungen. Man sieht darin nicht unbedingt immer solche oben beschriebenen „Passungen“ nach dem Lehrbuch für Astrologie, so wie Gunter Sachs es zu beweisen versuchte.
Man sieht vielmehr, dass sich die meisten Menschen häufig in Mustern bewegen. Das hat dann eben letztlich mit der Psychologie und der Biografie der Menschen zu tun: Bestimmte Sternzeichen tauchen immer wieder auf oder spielen eine bestimmte Rolle im Leben der Menschen.